Wednesday, July 5, 2023

Ungefähr zwei Millionen Menschen sind aufgrund extremer Wetterbedingungen in Europa gestorben. Damit einher ging auch ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als 56.000 Millionen Euro. Dies teilte die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem jüngsten Bericht mit.

 In dem Bericht heißt es, dass zwischen 1980 und 2021 „etwa 100.000 Menschen durch extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Stürme, Hitze- und Kältewellen, Waldbrände und Erdrutsche ihr Leben verloren haben“. Nur 30 Prozent des wirtschaftlichen Schadens von 56.000 Crore Euro waren versichert.


„Um zukünftige Schäden zu vermeiden, müssen wir uns im Voraus auf extreme Wetterereignisse vorbereiten, anstatt sofort zu reagieren“, sagte EEA-Expertin Aleksandra Kejmierczak gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.


größeres Risiko für ältere Menschen

Aktuellen Daten zufolge ist die Hitzewelle die Ursache für 81 Prozent der Todesfälle und 15 Prozent der wirtschaftlichen Verluste. Die EUA sagte, Europa müsse Maßnahmen ergreifen, um seine alternde Bevölkerung zu schützen, da ältere Menschen besonders anfällig für extreme Hitze seien.


Laut EUA „berücksichtigen die meisten nationalen Anpassungsmaßnahmen und Gesundheitsstrategien die Auswirkungen von Hitzeexposition auf das Herz-Kreislauf- und Atmungssystem. Aber weniger als die Hälfte davon deckt direkt die Auswirkungen von Hitzeexposition – wie Körperwassermangel oder Hitzschlag – ab.“


Vorjahreszahlen nicht enthalten

Im Sommer 2022 gab es aufgrund mehrerer Hitzewellen in Europa mehr Todesfälle als üblich. Die neuesten Zahlen der EWR enthalten jedoch nicht die Zahl der Todesfälle im Jahr 2022. Im Juli 2022 gab es 53.000 Todesfälle mehr als im Monatsdurchschnitt von 2016 bis 2019. Das sind etwa 16 Prozent mehr als der Durchschnitt. Allerdings standen nicht alle Todesfälle in direktem Zusammenhang mit der Hitze.


Im Juni, Juli und August 2022 wurden in Spanien mehr als 4.600 Todesfälle aufgrund extremer Hitze registriert. Es wird vorhergesagt, dass es in Zukunft zu längeren, intensiveren und regelmäßigeren Hitzewellen kommen wird.


Die Zukunft wird beängstigend sein

Aufgrund des Klimawandels hat sich die Dürregefahr im Jahr 2022 um das Fünf- bis Sechsfache erhöht. Auch Waldbrände haben im Vergleich zu den letzten Jahren doppelt so viel Fläche zerstört. Bei einer Erwärmung der Erde um 1,5 Grad Celsius werden die wirtschaftlichen Verluste von derzeit 900 Millionen Euro auf 2.500 Millionen Euro bis zum Ende dieses Jahrhunderts ansteigen. Steigt die Temperatur um zwei oder drei Grad Celsius, werden die Schäden deutlich größer.


Die EUA stellte in ihrer Überprüfung außerdem fest, dass sich fast die Hälfte der Schulen und Krankenhäuser europäischer Städte in städtischen Brennpunkten befinden. Etwa 46 Prozent der Krankenhäuser und 43 Prozent der Schulen liegen in Gebieten, in denen die Temperaturen etwa zwei Grad Celsius über dem regionalen Durchschnitt liegen. Der Grund dafür ist der städtische Wärmeinseleffekt. Aufgrund der Dichte von Gebäuden und Infrastruktur wie Straßen nimmt es mehr Wärme auf und nimmt mehr Wärme auf als Grünflächen.


Deutschland wird eine nationale Politik zur Bewältigung der Hitze entwickeln

Auch in Deutschland gibt die Hitze Anlass zur Sorge. Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnte am 13. Juni, dass Deutschland nur unzureichend auf die steigenden Temperaturen vorbereitet sei. Er versprach außerdem, eine Politik zur Bewältigung der Situation zu formulieren. Lauterbach sagte, dass Experten bald konsultiert werden, damit noch in diesem Jahr Schritte eingeleitet werden können.


Lauterbach sagte, Deutschland werde aufgrund der Klimakrise künftig stärker von Hitzewellen betroffen sein. In einer solchen Situation müssen Lehren aus anderen betroffenen Ländern, einschließlich Frankreich, gezogen werden. Lauterbach sagte, dass jedes Jahr zwischen 5.000 und 20.000 Deutsche an hitzebedingten Ursachen sterben und dass solche Todesfälle vermeidbar seien.


„Wenn wir nichts unternehmen, werden jedes Jahr Tausende unnötig sterben“, sagte er. Er betonte auch, dass Todesfälle direkt aufgrund der Hitze nur einen kleinen Teil der Gesamtwirkung ausmachen.


Was ist das französische Modell für den Umgang mit Hitze?

Man geht davon aus, dass Deutschland einen Hitzeschutzplan nach französischem Vorbild auf den Weg bringen kann. Frankreichs „Plan Caniquele“, oder Hitzewellen-Aktionsplan, ist ein detaillierter Plan. Anstelle einer reaktiven Politik zur Bewältigung des Auftretens von Wetterereignissen wurde dabei der Schwerpunkt auf präventive Maßnahmen gelegt.


Das Programm wurde nach der schweren Hitzewelle im Jahr 2003 umgesetzt, die im ganzen Land Tausende von Todesfällen zur Folge hatte. Dazu gehören Maßnahmen wie eine öffentliche Sensibilisierungskampagne, die Schaffung einer öffentlichen Infrastruktur für Erkältungen, eine angemessene Vorbereitung im Gesundheitswesen und die Datenüberwachung.


Der Wandel in der deutschen Haltung zeigt sich daran, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr erklärt hatte, es sei kein Bedarf für die Ausarbeitung eines Nationalen Hitzeaktionsplans. Die Maßnahmen zur Bewältigung der Hitze lägen in der Verantwortung der Kommunen. Bisher verfügen jedoch nur wenige Kommunen über einen solchen Plan. Viele Krankenhäuser verfügen auch nicht über eine entsprechende Strategie.



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